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Das Chartergeschäft hat sich in Kaş leider nicht so entwickelt wie erhofft. Obwohl wir persönlich gerade diese Marina für eine der Schönsten entlang der türkischen Küste halten. Großzügig angelegt mit familiärer Atmosphäre und mit Allem was man sich in und um eine Marina wünscht. Vielleicht lag es ja an der größeren Entfernung zu den Flughäfen Dalaman und Antalya. Aber nicht zuletzt liegt der drastischste Chartereinbruch am Syrienkrieg und an der politischen Lage im Land. Wir wollen einen letzten Törn von Kaş aus starten, bevor MERLIN nach Göcek überstellt wird. herbst-16-2

Montag, der 05. September 2016 Anreise

Wir sind diesmal von Nürnberg aus nach Antalya geflogen. Wenngleich zweieinhalb Stunden Taxifahrt nicht zu unserer beliebtesten Beschäftigung gehört , aber so lernen wir zumindest neue Routen, Städte und Sehenswürdigkeiten kennen. Um 10 Uhr stehen wir am Steg G vor unserer MERLIN. Serkan, ein Mitarbeiter von Sail with Friends, ist unter Deck noch voll am Rödeln. Mit 35 Grad ist es für diese Jahreszeit außergewöhnlich heiß. Selbst der Pool in der Marina bietet nicht wirklich eine Abkühlung.  Wir lassen es deshalb langsam angehen und entscheiden uns, erst am nächsten Tag MERLIN seefertig zu machen.

Dienstag, der 06. September 2016 Land und Leute

Shopping-Tour in Kaş noch vor der Mittagshitze. Vom Putsch ist nichts zu erkennen. Alles ist wie immer. Es gibt viele Einheimische die Urlaub machen. Auch viele Touristen aus Frankreich, England und Russland. Nur keine Österreicher und sehr wenig Deutsche. Offensichtlich haben unsere Medien ganze Arbeit geleistet. Den Nachmittag verbringen wir wieder am Pool – wo sonst. Als es am Abend wieder etwas kühler wird, kaufen wir Proviant ein und machen MERLIN startklar. Anschließend geht es noch in ein Fischrestaurant das direkt an die Marina angrenzt. Mit umgerechnet  60,- € für zwei Personen nicht gerade ein Schnäppchen, aber ausgezeichnet.

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Mittwoch, der 07. September 2016. Los geht´s

Um 8:00 Uhr ist es schon wieder ziemlich warm. Bei Stahlblauem Himmel zeigt das Barometer 1016 hPa an. Schnell noch mal duschen und Weißbrot nachbunkern, dann kann es losgehen.  Die auf Kanal 73 angeforderten Marineros sind nach zwei Minuten zur Stelle und helfen beim Ablegen.  Um 9:30 Uhr motoren wir Richtung West – Kurs Kalkan. Der Wind steht mit 5 kt. gegenan.  Gegen 11:00 Uhr legt der Wind zu, so dass wir ein Stück aufs offene Wasser raus segeln können. Gegen 14:00 Uhr gehen wir unter Segel wieder Richtung Kalkan. Gegen 16:30 Uhr lassen wir in der Bucht Firnaz Koyu westlich von Kalkan den Anker fallen. Windböen fauchen übers Wasser und bringen uns zum Triften. Ein weiteres Manöver mit angeschlagenem Zweitanker bringt den entsprechenden Erfolg. Trotzdem bleibt die Nacht sehr unruhig mit wenig Schlaf.

Donnerstag, der 08. September

Schon ab 7:00 Uhr werden scharenweise Tagesausflügler mit Gullets rangekarrt . Anker werden kreuz und quer gesteckt. Um Ankersalat zu vermeiden machen wir uns zeitig aus dem Staub. Ein kurzer Abstecher bis zur Hafeneinfahrt von Kalkan, dann geht es weiter Richtung Osten. Bei Saribelen Adasi legen wir einen Badestopp ein, frühstücken erst mal und holen den nächtlichen Schlafmangel nach. Um 12:45 Uhr setzt der Wind ein und wir segeln in grober Richtung nach Kekova Körfezi. Gegen 16:30 Uhr schläft der Wind leider schon wieder ein. Da wir die ganze weitere Strecke nicht unter Motor fahren wollen, kürzen wir unser Tagesziel ab und schwenken in die Bucht Ince Adasi ein. Sie liegt nur unweit von Kaş entfernt und ist uns vom Frühjahr noch bekannt. Bei einer Zweimann-Crew eine Landfeste setzen, ist für uns immer wieder aufregend. Vor allem bei Seitenwind.  Der entfachte Konflikt nimmt aber glücklicherweise zum Abend hin wieder ab. Mit dem Dinghi geht´s zum Abendessen an Land. Ins LaModa Beach Hotel.  Die Sicht von der Terasse aus über die Bucht bis hinüber nach Kaş  ist grandios. Die Juniorcheffin – Mutter Engländerin, Vater Türke – ist sichtlich bemüht um uns. Ein netter Abend, der mit einem Absacker an Bord harmonisch endet. bild-4-16 bild-5-16

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Freitag, der 09. September 2016

Stahlblauer Himmel. Das Bordleben beginnt um 8:30 Uhr mit einem Sprung ins Wasser. Die Servicebatterie zeigt nur noch 11,1 Volt an. Das kommt davon, wenn man so wenig Motorstunden fährt. Ganz gemütlich treffen wir die Vorbereitungen für die Weiterfahrt.  Volkan, der Chef von Sail with Friends, bedankt sich per SMS für unsere Geburtstagswünsche.

Gegen 13:00 Uhr setzt leichter Wind ein. Es geht weiter, raus aus der Bucht und im Schmetterling Richtung Kekova. Gegen 16:00 Uhr erreichen wir die erste Einfahrt zur Kekova-Reede. Ingrid hat, mit Tersane Koyu, für die Nacht eine schnuckelige kleine Bucht ausgewählt. Leider stehet dort ein Gullet nach dem Anderen. Und so machen wir weiter nach Aperlai (Polemos Bükü) 36°09` 29°48`. Dort erwarten uns wieder heftige Fallböen. Der Düseneffekt ist nicht zu unterschätzen. Um keine zweite schlaflose Nacht zu riskieren tuckern wir weiter nach Kaleücagiz. Der Ort liegt deutlich geschützter. Eine Art Fjord im Fjord. Abends eine Dinghifahrt zum Kardon-Restaurant mit toller Terasse im ersten Stock. Der dazu gehörige Supermarkt ist perfekt ausgestattet. Nette Leute, sehr hilfsbereit.

Kaleücagiz

Kaleücagiz

Samstag, der 10.September 2016

Muss ich es noch erwähnen? Stahlblauer Himmel und sehr heiß. Aber wir haben uns mittlerweile daran gewöhnt. Das Wasser in der inneren Lagune läd nicht gerade zum Baden ein. Um 10:00 Uhr Anker auf und Richtung Osten den gesamten Kekova Körfezi entlang bis Kamislik Br. Irgendwie ist es hier wie in der Karibik. Hellblaues Wasser vor toller Kulisse. Badestopp und Landausflug ist angesagt. bild-7-16 Gegen 15:00 Uhr kommt leichter Wind auf. Wir segeln weiter nach Cayagi (Andraki). Der Gullet-Bahnhof, wie wir ihn genannt haben,  ist großflächig versandet. Es stehen zahlreiche Reisebusse am Ufer und es herrscht reger Touristen-Verkehr.  Schon wegen unseres Tiefganges segeln wir lieber weiter. Am Horizont Richtung Demre entdecken wir eine große Steinaufschüttung die weder in der Karte, noch am Plotter verzeichnet ist. Neugierig segeln wir drauf zu.  Vermutlich soll hier mal eine Marina entstehen. Allerdings gibt es derzeit keinerlei Bauaktivitäten. Auch stehen riesige halbfertige Hotels entlang der Küste. Der Wind frischt deutlich auf und wir kreuzen sportlich zurück in die Kekova Reede.  Um 18:30 Uhr packen wir das Tuch ein und motoren bis Polemos Bükü. Während der Fahrt wird es schnell finster und je näher wir dem Ziel kommen umso stärker werden die Fallböen.  Also, Zweitanker vorbereiten und alles Kette ins Wasser.  Um 20:00 Uhr stehen wir in stockfinsterer Nacht. Die Anker halten bombenfest. Kapitänin´s Dinner ist angesagt und der Rote fließt dazu. Um 23:00 Uhr tanzt MERLIN immer noch mit den Fallböen. Man könnte meinen, dass es ihm Spaß macht.

Sonntag, der 11. September 2016

Gegen 3:00 Uhr schläft der Wind endlich ein, beginnt aber kurz nach Sonnenaufgang bereits wieder sein Werk. Für einen trockenen Dighi-Ausflug sind die Wellen selbst in der Bucht bereits zu heftig. So gehen wir gegen 13:00 Uhr Anker (Mehrzahl) auf und verlassen den Kekova Körfezi.  Auf See meldet sich Bernhard von der Dido am Handy. Er ist ein Leidensgenosse aus Ecker-Zeiten und mittlerweile zusammen mit seiner Andrea zu guten Freunden geworden. Er ist nicht weit weg und wir beschließen uns zu treffen. Zwar verwechseln wir Ihn und segeln eine ganze Zeit lang der falschen Yacht hinterher. Aber nach dem wir in der Pferdebucht die Verwechslung bemerken, kommt es am Abend doch noch zum Rendezvous.  So feiern wir am Abend in Kaleücagiz bei Hassan, dem „bestes Koch von Mittelmeer„, unser Wiedersehen.

Montag, der 12. September 2016

Wir brechen bereits um 7:00 Uhr auf. Etwas verkatert tut uns die frische Meeresbrise recht gut. Es geht unter Motor zurück zur Kaş-Marina die wir gegen 11:45 Uhr erreichen. Den Tank mit der bräunlichen Brühe abpumpen und 35 Liter Diesel nachtanken, dann folgt der letzte Anleger am Platz 29, Steg G. Etwas wehmütig aber trotzdem froh, dass wieder mal alles geklappt hat, stehen wir am Steg.

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Großzügiger Abstand der Jachten

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..großzügiger Abstand der Stege

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stellvertretend sagen wir Ümit, dem Marina-Chef, danke für Alles. Wenn auch nur zu Besuch, aber wir kommen sicherlich bald wieder zurück.

Ingrid & Thomas

Daten:

135 NM Törn

35 Liter Diesel

23 Stunden Motorlaufzeit

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3 Kommentare

  1. Wie immer sehr gerne gelesen. Und tolle Bilder. 🙂

  2. Pingback: Herbsttörn 2016. Abschied von Kaş › Sail with friends

  3. Dear Ingrid & Thomas,
    Thank you for your nice words to our marina and staff.
    We were very happy with you. It was a big pleasure for us to meet and give service to you.
    We wish fair winds and calm seas will bring Merlin back to our marina in the future.
    Best regards,

  4. Lieber Thomas,

    es hat mich sehr gefreut Dich und Bernhard in Göcek zu treffen.
    Ich hoffe wir sehen uns im nächsten Jahr wieder, sei es in der D-Marin oder irgendwo im Revier.
    Deine Törnberichte sind super und nehmen mich jedesmal mit auf die Reise.
    Ich nehme mir fest vor dir nachzueifern – die Latte liegt hoch.

    Liebe Grüße

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