{"id":726,"date":"2009-02-02T10:58:19","date_gmt":"2009-02-02T09:58:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/?p=726"},"modified":"2015-04-26T07:56:21","modified_gmt":"2015-04-26T06:56:21","slug":"fruehjahrstoern-2015-ueberfuehrung-nach-kas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/?p=726","title":{"rendered":"Fr\u00fchjahrst\u00f6rn 2015 (\u00dcberf\u00fchrung nach Kas)"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><span style=\"color: #800000;\"><strong><em>Auf zu neuen Ufern<\/em><\/strong><\/span><\/h1>\n<p><a href=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/DSC_0007a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-728\" src=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/DSC_0007a.jpg\" alt=\"DSC_0007a\" width=\"4200\" height=\"1828\" srcset=\"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/DSC_0007a.jpg 3809w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/DSC_0007a-300x131.jpg 300w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/DSC_0007a-1024x446.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 4200px) 100vw, 4200px\" \/><\/a><\/p>\n<p>\u00dcber ein Jahr hat MERLIN nun gut und sicher in Kusadasi gelegen. F\u00fcr uns als Eigner, eine interessante Zeit mit vielen Ver\u00e4nderungen. Wir mussten lernen, ohne Charterfirma im Hintergrund, Eigenverantwortung zu tragen und die vielen anstehenden Probleme selbst zu bew\u00e4ltigen. G\u00fcnter, der Chef von YMT hat viel dazu beigetragen, diese Probleme zu meistern. Aber ohne Chartereinnahmen wird es langsam immer schwieriger, MERLIN zu halten.<\/p>\n<p>Mit dem Einstieg bei Sail with Friends und der Unterst\u00fctzung durch Pitter-Yachting ist ein neues, viel versprechendes Kapitel aufgeschlagen. In Kas warten ein neuer St\u00fctzpunkt und eine neue Aufgabe auf MERLIN und uns.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Freitag 13. M\u00e4rz 2015 \u201etotal unterhopft\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Wir treffen gegen 18:05 Uhr in Izmir ein. Wir, das sind Wolfram, Matthias und ich. Ein Gep\u00e4ckband entfernt poltern gerade die Koffer der aus M\u00fcnchen kommenden Lufthansamaschine aufs Band. Ich entdecke Bernhard, den Eigner der DIDO, im Get\u00fcmmel. Er h\u00e4lt angestrengt Ausschau nach seinem Gep\u00e4ck. Er stellt uns seine Crewmitglieder Andrea und Wolf vor. Wir beschnuppern uns und sind uns von Anfang an nicht unsympathisch. Als wir in der Marina von Kusadasi ankommen wird es schon dunkel und es ist zu sp\u00e4t noch gro\u00dfartig was zu erledigen. So beschr\u00e4nken wir uns auf das Wesentlichste. Das Abendessen und ein paar EFES bzw. Angora (Wein). Es ist kalt und regnerisch, beinahe so ungem\u00fctlich wie daheim.<\/p>\n<p><strong>Samstag 14. M\u00e4rz<\/strong><\/p>\n<p>Es regnet immer noch. G\u00fcnters Crew repariert die Stromzufuhr, damit die zweite Nacht an Bord nicht ganz so ungem\u00fctlich wird wie die Erste. Den Vormittag verbringen wir mit \u00e4u\u00dferst umst\u00e4ndlichem Geld umtauschen, einkaufen und stundenlanger WLAN-Programmiererei. Ein letztes Mal geht es in mein Stamm-Cafe um diese total schweren Kalorienbomben zu genie\u00dfen. Die Crew der DIDO ist derweil auf Handtaschenkauf.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0387.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-732 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0387-1024x765.jpg\" alt=\"IMG_0387\" width=\"807\" height=\"603\" srcset=\"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0387-1024x765.jpg 1024w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0387-300x224.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 807px) 100vw, 807px\" \/><\/a><\/p>\n<p>G\u00fcnter, der sonst so taffe Junge, bekommt beim Abschied etwas glasige Augen. MERLIN hat es ihm angetan. Aber sicherlich auch wegen der vielen Arbeiten die er f\u00fcr uns verrichten durfte. Und wohl nicht zuletzt wegen Leberk\u00e4s und Streichwurst die wir ihm zum Abschied schenken. Naja, es war schon eine sch\u00f6ne und abwechslungsreiche Zeit, hier in Kusadasi. Einer Stadt, die europ\u00e4ischer nicht sein k\u00f6nnte. Tsch\u00fcss G\u00fcnter, und danke, dass Du so gut auf MERLIN aufgepasst hast.<\/p>\n<p>Abends, nach unendlich langer hei\u00dfer Dusche, geht es ein letztes Mal in Cinar\u00b4s Fischrestaurant. Ein sch\u00f6ner Abend mit viel Seemannsgarn als Einstimmung auf den T\u00f6rn. Beim Absacker an Bord stellen wir zuversichtlich fest, dass der Luftdruck um 10 hPa gestiegen ist.<\/p>\n<p><strong>Sonntag 15. M\u00e4rz (40NM)<\/strong><\/p>\n<p>Um 7:00 Uhr wecken. Luftdruck 1022 hPa, Tendenz weiter steigend. Punkt 8:00 Uhr fahren wir aus der Hafeneinfahrt. Gegen 11:00 Uhr befinden wir uns schon in der Stra\u00dfe von Samos. Bernhard mit der DIDO ist uns dicht auf den Fersen. Im Schmetterling geht es Kurs 150 Grad Richtung Didim. Um 16:30 Uhr, eine knappe Stunde vor dem Ziel machen wir ein ungeschicktes Segelman\u00f6ver und starten, um einigerma\u00dfen man\u00f6vrierf\u00e4hig zu bleiben, \u00a0sicherheitshalber den Motor. Nach kurzer Zeit beginnt der Volvo laut zu pfeifen und Rauch steigt vom Niedergang auf. Gl\u00fccklicherweise stellt sich nach mehreren Schrecksekunden heraus, dass es kein Motorbrand ist. Das K\u00fchlmittel-Ausgleichsgef\u00e4\u00df hat sich los vibriert und dabei wurde der K\u00fchlwasserschlauch von der Keilriemenscheibe durchtrennt. Die austretende Fl\u00fcssigkeit verdampfte auf dem hei\u00dfen Motor. Vorsichtshalber haben wir den Motor nicht mehr laufen lassen und Bernhard hat uns l\u00e4ngsseits in die Marina geschleppt.<\/p>\n<p>Abends geht es im f\u00fcnfsitzigen Taxi zu siebt nach Didim. Leider hat meine Stammkneipe Ruhetag, aber der Taxifahrer kennt eine gute Alternative. Sicherlich ist sein Onkel der Kneipenbesitzer. Der rot gl\u00fchende Eisenofen in der Mitte des Raums w\u00fcrde jeden deutschen Ofenbauer beeindrucken. Vom kunstvoll geschwungenen Ofenrohr ganz zu schweigen. Aber es macht richtig warm. Nachts wieder kein Landstrom, sch\u2026. Technik.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Montag 16. M\u00e4rz (23 NM)<\/strong><\/p>\n<p>Es ist kurz vor 8:00 Uhr. Langsam werde ich hier zum Fr\u00fchaufsteher. Eine nette schw\u00e4bisch schw\u00e4tzende T\u00fcrkin bedient uns im Marina-Office. F\u00fcr unser Stromproblem erhalten wir ein nagelneues Adapterkabel und werden dann an einen Volvo-Techniker vermittelt. Um 12:00 Uhr ist das Ausgleichsgef\u00e4\u00df wieder an Ort und Stelle, die K\u00fchlleitung erneuert, der Keilriemen getauscht, das \u00d6l f\u00fcr den Saildrife nachgef\u00fcllt und meine Urlaubskasse um viele T\u00fcrkische Lira erleichtert. Aber wir sind wieder einsatzbereit. Direkt nach der Marina-Ausfahrt setzen wir die Fock und queren den G\u00fcll\u00fck K\u00f6rfezi mit Ziel Turgutreis. Wind und Wellen nehmen zu und lassen es zu einem sportlichen Trip vor dem Wind werden. Gegen 16:30 Uhr laufen wir, ohne fremde Hilfe, in die Marina Turgutreis ein. Bernhard ist schon da und hat uns einen sch\u00f6nen Platz reserviert. Er ist vor uns in Didim ausgelaufen und wollte zum Mittagessen einen Abstecher nach G\u00fcm\u00fcslik machen. Leider waren dort noch alle Kneipen geschlossen. Leider auch das Lokal mit den tollen K\u00fcrbislampen. Abends sind Andrea, Bernhard und Wolf mit dem Taxi nach Bodrum los gezogen. Zum Handtaschenkauf, da die Auswahl in Kusadasi nicht sehr berauschend war. Wir hingegen sind zu Fu\u00df nach Turgutreis aufgebrochen und haben in einem einfachen aber landestypischen Lokal gut und g\u00fcnstig gegessen. Beim Absacker ab Bord kommen erste gro\u00dfe Diskussionen \u00fcber die generelle T\u00f6rnplanung auf. Die Etappen seien falsch berechnet, viel zu lange und das Ziel scheint quasi unerreichbar. In der Nacht qu\u00e4len mich alle m\u00f6glichen und unm\u00f6glichen Gedanken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dienstag 17. M\u00e4rz (39 NM) Bomonti statt EFES<\/strong><\/p>\n<p>Das Morgenrot weckt mich um 6:30 Uhr lange bevor das Handy l\u00e4utet. Um 7:30 Uhr, nach einem ersten Schluck Kaffee, legen wir ab. Die Crew der DIDO schl\u00e4ft noch. Wir gehen zun\u00e4chst auf S\u00fcdkurs und steuern ab 8:45 Uhr 130 Grad an der Insel Kos vorbei. Ab 10:00 Uhr kommt Wind auf und wir setzen Segel. Es geht flott voran. Um 11:00 Uhr meldet DIDO Motorst\u00f6rung. Aus einem Schlauch tritt K\u00fchlfl\u00fcssigkeit aus. Komisch, aber irgendwie hab ich das k\u00fcrzlich schon mal erlebt. Bernhard kann die Undichtigkeit mit Bordmittel beheben. Um 12:30 Uhr erreichen wir die Datca-Halbinsel. Knidos, die historische St\u00e4dte ist von See her nicht besonders einladend und zum Landgang reicht die Zeit nicht. Unser Tagesziel ist der kleine Hafen Palamut B\u00fck\u00fc. Die Hafenhandb\u00fccher warnen vor der j\u00e4hrlich neu versandenden Einfahrt. Bei 0,4 Meter Wasser unterm Kiel verliere ich die Geduld und gehe in R\u00fcckw\u00e4rtsfahrt. Nicht zuletzt weil auch die besten Pl\u00e4tze im Hafen bereits vergeben sind und DIDO einen gr\u00f6\u00dferen Tiefgang hat. Wir schippern weiter nach Hayiyt B\u00fck\u00fc in der N\u00e4he von Mesudye. Zu unserer gro\u00dfen Verwunderung wurde der, in den Hafenhandb\u00fcchern beschriebene Steg demontiert. Nachbarschaftsstreitigkeiten gibt es anscheinend nicht nur in Deutschland, wie wir erfahren. Wir ankern erstmals auf diesem T\u00f6rn. Bei 4,7 Meter Tiefe f\u00e4llt der Anker in den Sand und wir liegen frei schw\u00f6jend in der westlich gelegenen sehr sch\u00f6nen Palmenbucht. Die Sonne scheint und es kommt ein wenig Urlaubsfeeling auf und verleitet zu einem Bad im Meer. Sehr erfrischend, aber herrlich.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0398.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-733 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0398-1024x765.jpg\" alt=\"IMG_0398\" width=\"815\" height=\"609\" srcset=\"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0398-1024x765.jpg 1024w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0398-300x224.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 815px) 100vw, 815px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wolf und ich reservieren nach kurzer Dinghi-Fahrt einen Tisch im eigentlich noch geschlossenen Strandrestaurant. Dort sind wir die ersten G\u00e4ste der Saison und versuchen Bomonti. Das malzige Konkurrenzprodukt zu dem \u00fcberall gegenw\u00e4rtigen EFES-Bier. Bei der n\u00e4chtlichen R\u00fcckfahrt nimmt Wolfram noch ein unfreiwilliges Bad und zieht sich einige Prellungen zu. Ausgerechnet Wolfram, der sich beim Alkohol immer dezent zur\u00fcck h\u00e4lt. Gl\u00fccklicherweise hat er sich nichts gebrochen. Wir sind Meilenweit vom n\u00e4chsten Arzt oder Krankenhaus entfernt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mittwoch 18 M\u00e4rz (51 NM) T\u00fcr auf, T\u00fcr zu, T\u00fcr auf, T\u00fcr zu.<\/strong><\/p>\n<p>Um 5:30 Uhr l\u00e4uten s\u00e4mtliche Handys. Um 5:52 Uhr gehen wir Anker auf. Zum Gl\u00fcck stehen die Yachten g\u00fcnstig und wir kommen mit der Ankerkette gut an DIDO vorbei. An deren Deck herrscht noch Funkstille. Nachdem die 46er Bavaria mindestens zwei Knoten schneller l\u00e4uft, hat man es nicht so eilig und kann jeden Tag ein bis zwei Stunden nach uns los. Aber langsam bereitet mir das zeitige Aufstehen sowieso kein Problem mehr. Das Bordleben unterliegt einem anderen Zeitgef\u00fchl.<\/p>\n<p>Wolfram, immer noch l\u00e4diert, hilft beim Ablegen, verschwindet aber bald darauf wieder in der \u201eKrankenstation\u201c. Um 8:15 Uhr erreichen wir die Insel Symi. Langsam kommen wir wieder, in f\u00fcr mich, bekannt Gefilde aus lange zur\u00fcck liegender Zeit. Hier hab ich vor \u00fcber 20 Jahren meine ersten eigenen Segelerfahrungen gesammelt. Das dies damals alles so gut ging, grenzt, aus heutiger Sicht, an ein Wunder.<\/p>\n<p>Der Luftdruck ist auf 1017 hPa gesunken. Wir segeln noch im Sonnenschein, aber am t\u00fcrkischen Festland braut sich einiges zusammen. Ein letztes Mal wechseln wir die Gastlandflagge von blauwei\u00df nach rot. Es geht weiter, der t\u00fcrkischen K\u00fcste entlang. Vorbei an der Bucht von Nemo, wie wir den namenlosen Naturhafen 36\u00b035`N\u00a0 28\u00b003`O damals getauft hatten. Der Wind dreht ziemlich rasch von Nord nach S\u00fcd und es entsteht schnell ein R\u00fcckstau an den Bergen, mit Gewitter, Starkregen und Blitzschlag. Um 16:30 Uhr sind wir am Kap Kadirga angekommen und biegen bei heftigen Gewittern in den Golf von Marmaris ein. Kurz vor dem Erreichen der Netsel Marina l\u00e4sst der Regen etwas nach und die Sichten nehmen wieder zu. Der Nieselregen bleibt uns trotzdem erhalten. Das Marina-Personal weist uns in die engste L\u00fccke ein. Eine hei\u00dfe Dusche weckt die Lebensgeister wieder. Auch in der Marina kommen alte, l\u00e4ngst vergessene Erinnerungen hoch. Hier hab ich 1995 meine erste Charteryacht, eine Feeling 1088 mit dem Namen DOMINO \u00fcbernommen. Nach einer Stunde trifft auch die DIDO ein.\u00a0 Die Kneipenempfehlung des hochdeutsch sprechenden Marina-Managers entpuppt sich als Flopp. Aber irgendwie l\u00e4sst sich keiner die Stimmung verderben. Nur die Zugluft im Lokal l\u00e4sst sich irgendwie nicht regulieren. Kaum wird die Schiebet\u00fcre von uns verschlossen, steht sie auch schon wieder offen. Der Vorgang wiederholt sich gef\u00fchlte hundertmal.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Donnerstag 19. M\u00e4rz (46NM) Rattenkot sieht aus wie Kellogs, schmeckt aber anders.<\/strong><\/p>\n<p>Um 6:30 Uhr ist die Nacht zu ende. Das Barometer steht auf 1013 hPa versucht aber leicht zu klettern. Wolfram hat immer noch Probleme mit der Schulter, l\u00e4sst es sich aber nicht nehmen den Ableger zu fahren. Um 10:20 sind wir querab dem Kap Disibilmenz und kommen unter Fock und Motor recht gut voran. Die Sonne scheint. Es herrscht Bacardi-Feeling . Nur Matthias schw\u00e4chelt etwas. Die Erk\u00e4ltungswelle der DIDO ist wohl endg\u00fcltig \u00fcbergeschwappt. Um 12:30 Uhr, kurz vorm Kap\u00a0streikt der Motor erneut. Nimmt kein Gas mehr an. Ich ahne Schreckliches. Nach mehreren Wiederbelebungsversuchen, Tankentl\u00fcften, Handspritpumpen, Zulaufleitung checken usw. best\u00e4tigt sich der Verdacht. Die Spritleitung ist mal wieder mit Dieselalgen zugesetzt. Der Wind steht aber g\u00fcnstig und wir k\u00f6nnen bis kurz vor G\u00f6cek segeln. Volkan, der St\u00fctzpunktleiter von Sail with Friends kommt uns ein St\u00fcck entgegen und schleppt uns in die Marina. Einer seiner Mitarbeiter kommt an Bord und beginnt noch w\u00e4hrend des Schleppens mit der Reparatur. \u00a0Zwei hochmotorisierte Schlauchboote bugsieren uns zum Steg C. Zwei weitere Techniker aus Volkans Truppe machen sich sofort an die Arbeit. Tank, Zuleitung und Motor werden gr\u00fcndlich gepr\u00fcft. Selbst der in Didim provisorisch montierte Ausgleichsbeh\u00e4lter wird wieder fachgerecht angebracht. Ich bin begeistert. Das nenne ich Service! Judith, die Chefin im B\u00fcro, begr\u00fc\u00dft uns freundlich. Ich habe sofort das Gef\u00fchl wieder wo daheim zu sein. Auch in G\u00f6cek war ich vor vielen Jahren schon mal. Die Marina hat nichts von ihrem Charme verloren. F\u00fcr mich einer der sch\u00f6nsten Orte in der T\u00fcrkei. Nur der Koch in der Marina-Bar muss sich bei meinem n\u00e4chsten Besuch etwas mehr anstrengen. Der allabendliche Absacker findet auf der DIDO statt. Leider ohne Matthias, der kuriert seine Erk\u00e4ltung aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Freitag 20 M\u00e4rz (62 NM)<\/strong><\/p>\n<p>Der letzte Segeltag beginnt um 6:12 Uhr. Bei Stahlblauem Himmel legen wir vom Steg C ab. Der Motor schnurrt wie neu. Zum Kaffee z\u00fcndet sich Matthias ein Zigarettchen an. Die Erk\u00e4ltung scheint \u00fcberwunden. Wolfram \u00fcbernimmt die erste Schicht am Ruder. Wir tuckern aus der Bucht von Fethje. Die Fock hilft dem Motor etwas nach. Um 11:00 Uhr warten wir auf die angek\u00fcndigte Sonnenfinsternis, aber irgendwie scheinen wir einige Breitengrade daneben zu liegen. Es ist nichts zu sehen und es wird auch nicht dunkel. . Gegen Mittag legt der Wind kr\u00e4ftig zu.\u00a0 Zun\u00e4chst freuen wir uns \u00fcber die Fahrtzunahme, dann wird es aber immer extremer. Die 3 Meter-Wellen laufen unter uns durch und lassen das Kurshalten zum Kraftakt werden. An Kalkan vorbei wird es mit 36kt Wind ein rechter Ritt. Obwohl wir mit \u00fcber 7 Knoten unterwegs sind, ziehen sich die letzten Meilen wie Kaugummi. Kas Marina hei\u00dft uns auf Kanal 72 herzlich willkommen. Trotz Starkwind klappt der Anleger perfekt. Wir sind am Ziel einer langen Reise. Selbst den Tag Sicherheitsreserve haben wir nicht gebraucht. Der Man\u00f6verschluck l\u00e4uft runter wie \u00d6l. An Deck tobt ein regelrechter Sturm. Das Einchecken im Office der nagelneuen Marina geschieht deutschsprachig und in entspannter Atmosph\u00e4re, bei einer Tasse Tee. Zwar dauert das Prozetere etwas l\u00e4nger, aber schlie\u00dflich haben wir ja auch bis 2016 gebucht. Die Marina macht einen sehr guten Eindruck auf mich. Die Sanit\u00e4ranlagen sauber in Schuss. Der Supermarkt mehr als gut sortiert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0427.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-734 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0427-1024x1024.jpg\" alt=\"IMG_0427\" width=\"811\" height=\"811\" srcset=\"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0427-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0427-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0427-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0427.jpg 1936w\" sizes=\"auto, (max-width: 811px) 100vw, 811px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am R\u00fcckweg zu MERLIN sprechen uns zwei M\u00e4dls auf einem Roller an. Leider wollen sie dann doch nicht mit uns in die Disco. Sie sind \u201enur\u201c beauftragt unseren R\u00fccktransfer nach Dalaman zu organisieren. Klasse Service hier. Abends nehmen wir unser Essen im ersten Stock eines der Marina-Lokale ein. Mit taumhaften Ausblick \u00fcber die gesamte Marina. Drau\u00dfen tobt der Wind. Die Sturmwarnung ist real.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Samstag 21. M\u00e4rz (0,2NM)<\/strong><\/p>\n<p>Das Schwerwetter ist vor\u00fcber. Eigentlich wollte ich mal so richtig ausschlafen, aber meine innere Schiffsuhr tickt immer noch anders. So mache ich eine Sonnenaufgangstour. Treffe Enten und Schw\u00e4ne und auch einige mit Gie\u00dfkannen bewaffnete G\u00e4rtner. Alles Fr\u00fchaufsteher.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-749\" src=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-4-300x300.jpg\" alt=\"Kas 4\" width=\"320\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-4-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-4-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-4-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-4.jpg 1224w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-748\" src=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-3-300x300.jpg\" alt=\"Kas 3\" width=\"320\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-3-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-3-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-3-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-3.jpg 1224w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-747\" src=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-2-300x300.jpg\" alt=\"Kas 2\" width=\"320\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-2-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-2-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-2-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-2.jpg 1221w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-746\" src=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-1-300x300.jpg\" alt=\"Kas 1\" width=\"320\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-1-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-1-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-1-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2009\/02\/Kas-1.jpg 1224w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Bei Windstille versetzen wir das Boot noch an seinen angestammten Platz am Steg A. W\u00e4hrend ich an Bord Bestandsaufnahme mache, versucht die Crew alle \u00fcbrigen Lebensmittel zu verarbeiten. Wir fressen uns so durch den Tag. Der Verdauungsspaziergang f\u00fchrt uns nach Kas. Das Zentrum ist in 12 Minuten erreicht. Neben dem Einkauf von Gew\u00fcrzen und den \u00fcblichen Souveniers, w\u00e4hlen wir schon mal ein Lokal f\u00fcr den Abend aus. Nachmittag l\u00e4uft die DIDO ein. Sie sind gestern nur bis Fethje gefahren und sind heute erst den Rest der Reise angetreten. Nach dem Abendessen sto\u00dfen wir noch mal auf unsere gemeinsame Reise an. Ein erlebnisreicher T\u00f6rn. Mit Sonne, Wind, Welle, Starkwind, Gewitter, K\u00e4lte und so manche \u00dcberraschung.<\/p>\n<p>Thomas<\/p>\n<p>SY MERLIN<\/p>\n<p><strong>PS.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ab Mitte April steht die MERLIN wieder zur Charter bereit. <\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0404.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-735 aligncenter\" src=\"http:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0404-1024x765.jpg\" alt=\"IMG_0404\" width=\"796\" height=\"595\" srcset=\"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0404-1024x765.jpg 1024w, https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/wp-content\/uploads\/2015\/04\/IMG_0404-300x224.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 796px) 100vw, 796px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Auf zu neuen Ufern \u00dcber ein Jahr hat MERLIN nun gut und sicher in Kusadasi gelegen. F\u00fcr uns als Eigner, eine interessante Zeit mit vielen Ver\u00e4nderungen. Wir mussten lernen, ohne Charterfirma im Hintergrund, Eigenverantwortung zu tragen und die vielen anstehenden Probleme selbst zu bew\u00e4ltigen. G\u00fcnter, der Chef von YMT hat viel dazu beigetragen, diese [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-726","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/726","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=726"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/726\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":754,"href":"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/726\/revisions\/754"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=726"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=726"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.segelyacht-merlin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=726"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}