Die Vorbereitungen zum Törn verliefen alles andere als normal. Ich konnte im August einige Segelbegeisterte, natürlich unter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen, zu einem ersten Meeting einladen. Meine wichtigste Botschaft war: Erst zum Segeln zu gehen, wenn die Reisewarnungen für die Türkei aufgehoben werden. Einige der Anwesenden hielten meine Vorsichtsmaßnahmen für übertrieben, doch ich blieb dabei.

Dann, knapp vier Wochen später wurden tatsächlich drei türkische Urlaubsregionen aus der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes genommen. Dazu gehörte auch die Region um Antalya. Wenngleich die gesamte Türkei weiterhin als Corona-Gebiet angesehen wurde. 

Sei´s drum, ich habe noch am gleichen Tag mit der Törn-Planung begonnen.

Bei der zweiten Gesprächsrunde waren meine Mitsegler schon nicht mehr so euphorisch. Ich wurde stirnrunzelnd nur so mit Fragen bombardiert. Wie ist das mit dem obligaten Covid19-Test? Was, wenn wir in Quarantäne müssen? Was, wenn der Rückflug nicht planmäßig geht? Was, wenn wir uns anstecken?? Einige sprangen tatsächlich an diesem Abend ab, was in den außergewöhnlichen Zeiten durchaus verständlich ist. Und trotzdem hatten sich genügend Interessierte gemeldet, um gleich zwei aufeinander folgende Wochentörns durchzuführen. Wir müssen halt das Beste draus machen, so meine Devise.

Logbuch Donnerstag, 24.09.2020

Es ist 02:00 Uhr in der Nacht. Wir sitzen tatsächlich im großen Flieger, in dieser engen Virenschleuder.  Bewaffnet mit ffp2-Masken und Desinfektionsfläschchen. Keiner isst oder trinkt was. Keiner rührt mehr an, als unbedingt notwendig. Eine Mütze Schlaf ist wohl jetzt das Beste um die Zeit totzuschlagen.  In Antalya tauchen wir in eine Welt von Maskenträgern ein. Die Türken scheinen Corona sehr ernst zu nehmen. Im Gegensatz zu vielen Touris. Ob die Türken dies freiwillig und bewusst, oder aus Angst vor Strafen tun, sei mal dahingestellt. Corona-Schutz scheint hier jedenfalls besser zu klappen als in unserem durchorganisierten Deutschland. Mir gab es eine gewisse Art von Sicherheit. Der Transfer war wie immer gut organisiert und recht kurzweilig. Kurz nach 10:00 Uhr erreichen wir MERLIN. Es ist brütend heiß, wir sind müde, aber es gibt viel zu tun. Schließlich war das Boot seit über einem halben Jahr unbewohnt. Die Organisation des Transitlogs wird zum Spießrutenlauf, Landstrom muss geregelt werden, Süßwasser getauscht, Toilette gangbar gemacht. Bis zum Abendessen im Yesil-Restaurant ist Vieles erledigt. Noch ein kurzer Absacker an Bord. Dann sacken auch die Augenlieder ab.

Logbuch Freitag, 25.09.2020

12:00 Uhr Sonnig, Windstill. Motor: 2051,6 Std. Log: 23125 NM

Den fehlenden Schlaf haben wir heute ausgiebig nachgeholt. Wir, das sind übrigens Co-Skipper Franz, mit dem ich schon über 30 Jahre seglerisch verbunden bin. Christian der jetzt auch schon auf einigen Törns mit dabei war und immer tatkräftig zulangt. Und Lydia, seine neue „Flamme“ die das erste Mal auf einem Segeltörn dabei ist.  Der Tag beginnt mit einem typischen türkischen Frühstück, wenngleich es bereits Nachmittag ist.

Anschließen folgt der obligatorische Einkauf. Diesmal etwas erweitert, da freitags Markttag in Kaş ist.

Das schwächelnde Dinghi (Schlauchboot) wird auch noch geflickt, dann kann es losgehen. Um 16:00 Uhr legen wir von Steg B Platz 28 ab und motoren aus der Bucht.  Kaum aus der Marina, baut sich auch schon Welle auf. Wir kommen selbst unter Motor nur sehr langsam gegen an. Unser Wunsch-Tagesziel rückt in weite Ferne.  So reicht es gerade in die gut geschützte große Bucht BAYINDIR LIMAN gegenüber Kaş. Der Anker fällt auf 12 Meter und hält bombig.  Nach dem Abendessen, es gibt Schinkennudeln, fragt Lydia ob wir wohl die Sitzheizung versehentlich angestellt haben, was bei den Temperaturen völlig unnötig wäre. Schnell stellt sich heraus, dass eine der Servicebatterien kurz vorm glühen ist. Gut wenn man dann einen Elektroniker an Bord hat, der „Brücken“ bauen kann. Nachts lässt der starke Wind nach, jedoch steht noch lange Schwell in die Bucht und wiegt uns in den Schlaf.

Tagesbemerkungen des Skippers:

Trinkwasser vor Abreise komplett getauscht. Speed-Log geht nicht. Zwei Melonen vom Markt sind bei vier Personen absolut übertrieben. Dafür wird es hingegen sehr schnell zu Bananen-Notstand an Bord kommen.

Logbuch Samstag, 26.09.2020

08:00 Uhr, Sonnig 1028 hPa

Ausgiebiges Frühstück unter Deck. Oben ist es bereits zu heiß. Die Leichtmatrosen haben gestern gut eingekauft. Es fehlt an nichts, außer an Bananen.  Morgen-Schwumm ums Boot. Sonnenbaden. Anker auf um 12:00 Uhr. Wir runden das Kap und nehmen Kurs Kekova. Der Wind weht mit 5 bis 7 kt. Gerade genug um die Segel zu lüften. Um 13:00 Uhr begegnen wir Andrea und Bernhard auf ihrer Bavaria 45. Wir umkreisen uns ein paarmal und plaudern etwas. Mir wird immer bewusster, dass die Welt ein Dorf ist.

Der Wind lässt immer mehr nach und wir tuckern durch die Enge zwischen der Insel ICADA und AK. BOGAZI weiter bis zur Einfahrt zum KEKOVA KÖRVEZI. Unterwegs sind uns kaum Yachten begegnet, lediglich einige Gullets. Das Gebiet gehört quasi uns. In einer der Einbuchtungen westlich der Ruine KALEKOY nehmen wir noch ein erfrischendes Bad und machen uns anschließend beim letzten Büchsenlicht auf den Weg nach UCAGIS. Der Fisch bei Hassan ist köstlich und der Abend sehr Raki-Geschwängert.

Tagesbemerkungen des Skippers:

Statt Ankern, erstmals am Steg in Ücagis festgemacht. Im Innenbereich gibt es sogar Moorings. Hafenmeister Erdogan (das ist sein Vorname) hilft beim Anlegen. Es gibt Landstrom und Wasser. Ob das Dinghi dicht hält??

Logbuch Sonntag, 27.09.2020

09:30 Uhr Sonnig 1022 hPa

Um 11:30 Uhr legen wir ab. Es ist sonnig, heiß und windstill. Segeln macht wohl heute keinen Sinn. Wir motoren nach POLEMOS BÜKÜ. Christian will Lydia die alte Lykische Siedlung zeigen. Unserem Dinghi ist allerdings wieder die Luft ausgegangen. Der Kapitän des neben uns ankernden Cats hilft aus, damit die Beiden an Land ihre Wanderung machen können. 

Gegen 18:00 Uhr holt uns der Wirt mit seinem Motorboot zum Abendessen ab. Es gibt Köfte, Fisch, Chips und Salat. Gar nicht schlecht, aber teuer. Wahrscheinlich weil sie Alles kilometerweit herankarren müssen. So ähnlich wie auf den Almhütten. Der Rücktransfer ist natürlich im Preis inbegriffen. An Deck schmieden wir Pläne für die kommenden Tage. Wegen des Covid19 Test müssen wir leider schon Dienstagabend wieder in der Marina sein.

Tagesbemerkungen des Skippers:

An der Einfahrt zur Bucht an der Yacht PLANET NINE vorbei getuckert. Sie gehört Nathaniel Rothschild. Unser Dinghi können wir wohl vergessen. Die eine Service-Batterie hält sich tapfer.

Logbuch Montag, 28.09.2020

06:45 Uhr Sonnig 1024 hPa

Anker auf um 06:50 Uhr. Wir wollen den Vormittag noch in eine bestimmte Bucht und uns am Nachmittag schon wieder ein ganzes Stück Richtung Heimat aufmachen. Lydia ist erstmals am Steuer und bringt uns souverän aus der Bucht.

Vorbei an Rothschilds Megayacht. Dort landet gerade der dazugehörige Helikopter und bringt wahrscheinlich die Frühstücksbrötchen. 

Gegen 09:00 Uhr kommen wir in GEKKAYA LIMANI an. Wir ankern auf 6 Meter Tiefe mit 35 Meter Kette. Baden und Sonnenbaden ist angesagt. 

Gegen 12:00 Uhr brechen wir wieder auf. Runden ASIRLI ADASI mit Kurs zum Kap GEYIKOVA BR.  raus auf die offene See. In der Hoffnung auf etwas Wind. Wir werden tatsächlich erhört, allerdings bläst er genau gegenan. Bis 17:00 Uhr kreuzen wir unermüdlich auf und setzten dann unsren Kurs unter Motor fort.

Gegen 19:00 Uhr fällt der Anker wieder in unserer ersten Übernachtungsbucht nahe Kaş. Der Wind schläft unerwartet schnell ein und beschert uns einen ruhigen letzten Buchtabend. Kapitänsdinner: Linguini mit zweierlei Saucen.  Anschließend ein Abend unterm Sternenhimmel, mit viel Gesprächsthemen über´s rauchen, über Planktonleuchten, den Lämmergeier, verkopfte Menschen und dem VDK. Gegen 23:00 Uhr fallen allmählich die Äuglein zu.       

Tagesbemerkungen des Skippers:

Nie wieder Raki!

Logbuch Dienstag, 29.09.2020

08:00 Uhr Sonnig 1023 hPa

Langsam kommt Leben ins Boot. Selbst Franz, der nach eigenen Angaben immer morgens um 6:00 Uhr aufsteht, hat wohl auf Urlaubsmodus umschalten können. Einziges Ziel am heutigen Tag ist abends die Marina zu erreichen, da für Lydia und Christian morgen der Corona-Test ansteht. Nachts ist noch ein türkisches Kriegsschiff in die Bucht eingelaufen und liegt jetzt hier vor Anker. 

Der Konflikt um Gas- und Ölvorkommen zwischen Griechenland und der Türkei spitzt sich zusammen. Noch ist es „Säbelrasseln“ und die deutsche Berichterstattung neigt wieder mal zu Übertreibung.  Baden und faulenzen ist angesagt. Gegen 13:00 Uhr fahren wir los, Richtung Westen. Eine komische Bewölkung zieht auf. Mal sehen, was da auf uns zukommt. Als bis 14:30 Uhr noch kein brauchbarer Segelwind herrscht, kürzen wir ab und gehen direkt zurück in die Marina. Das Marina-Personal hat unsere angekündigte Ankunft verbummelt, hilft aber anschließend beim Festmachen, da Starkwind angekündigt ist. Abendessen in Kaş. Absacker an Deck.  

 

Tagesbemerkungen des Skippers:

Nachts bläst es zeitweise recht heftig. Neues Dinghi gekauft 636,-€. Christian hat sich an der Mooring-Leine die Hände aufgeschnitten. Motor 2069,0 Std. Was klingt besser: Es federt, oder es schwabbelt?

Logbuch Mittwoch, 30.09. bis Freitag 02.10. 2020

Sonnig bis 1014 hPa Sturmwarnung mit bis zu 70 km/h Wind.

Beim gemeinsamen Frühstück am Mittwoch im Vathi-Restaurant fliegen bereits die Servietten vom Tisch. Wir treffen Lothar und seine Frau. Beide aus Franken. Sie waren einige Wochen mit ihrer 40er Bavaria unterwegs und haben sie heute verkauft. Beim obligatorischen Glas Tee gibt es vieles zu erzählen. Okan, unser Agent organisiert für Donnerstag den Corona-Tests für die beiden Leichtmatrosen. Dazwischen stehen Stadtbummel und Höhlenwanderung an, sowie Melonen-Wettessen und abends Live-Musik an der Oxygen-Bar. Auch laufen wir am Donnerstag noch mal aus und wagen einen letzten Segelversuch. Erst ein Stückweit draußen wird uns bewusst, dass der Sturm noch nicht ganz vorüber ist. Wir kämpfen gegen die Wellen an und kommen nicht einmal mehr mit einem Knoten voran. Alsbald müssen wir aufgeben.  Am Freitag dann der große Schock. Lydias Covid19-Test ist fehlgeschlagen. Schlagartig rücken die anderen Gäste zur Seite. Bis geklärt ist, dass keine Erkrankung vorliegt, sondern lediglich der Test wiederholt werden muss. Aber abends geht bereits der Flieger. Seesack packen und eiligst nach Antalya ins Labor. Am letzten Drücker erhalten wir das neue Testergebnis und beide können heimfliegen.   

Und Tschüß

Bemerkungen des Skippers:

Neuen Jahresvertrag mit der Marina nachverhandelt und abgeschlossen. Beide Service-Batterien getauscht 339,-€. Dinghi in Dienst gestellt.  Ein Taucher hat Ruder und Propeller gereinigt 50,-€. In der zweiten Woche sollten wir etwas schneller vorankommen.

Logbuch Samstag, 03.10.2020

07:45 Uhr Sonnig 1022 hPa.

Um 02:45 Uhr treffen unsere beiden neuen Mitsegler, Mathias und T2homas ein. Die Ankömmlinge haben Durst auf Bier, die Zurückgebliebenen trinken lieber Kaffee. Um 04:00 Uhr versuchen alle nochmal ein paar Stunden zu schlafen. Gegen 09:00 Uhr gibt´s Cappuccino, wie in alten Zeiten, wenn Mathias an Bord ist. Nach dem Frühstück im Pasarella-Restaurant geht´s zum Einkaufen. Mittlerweile sind die Bamberger Stegnachbarn Moni und Burkhardt von ihrer mehrwöchigen Fahrt zurückgekehrt.  Es gibt viel zu erzählen. Die Crew muss ohne Skipper den Proviant verstauen. Um 13:30 Uhr, Leinen los. Ein erster Segelversuch querab Kastelorizon scheitert am schwachen Wind.  Gegen 16:00 Uhr frischt er etwas auf und wir segeln mit Schmetterling und ausgebaumter Fock Richtung Durchfahrt KEKOVA.

Die Neuen sind da

Bei nur 3 kt. Fahrt würden wir unser geplantes Ziel erst bei Dunkelheit erreichen. Deshalb biegen wir links ab und sind gegen 19:00 Uhr in POLEMOS BÜKÜ. 

Kapitäns Dinner an Bord. Am Herd wird in den Töpfen gerührt und darüber gleichzeitig die Deckenleuchte repariert.

Nach dem Essen eine erste kleine Bandprobe. Wir haben schon über ein halbes Jahr nicht mehr zusammen musiziert. Es muss grausam geklungen haben. Franz, unser einziger Zuhörer hat sich beim ersten Song bereits in seine Kabine verdrückt.

Tagesbemerkungen des Skippers:

Türk Radio auf Kanal 67 meldet militärische Aktivitäten. Wenn einem ungewöhnliches auffällt, soll man sich melden.

Logbuch Sonntag, 04.10.2020

08:15 Uhr Sonnig 1022 hPa.

Laut Wettervorhersage soll es die nächsten Tage nur schwach windig werden. Mein Plan für heute ist es, nach Finike zu kommen. Egal ob unter Segel oder unter Motor. Um 11:00 Uhr machen wir uns auf den Weg. Querab BUNDA BURUN legen wir um 13:30 Uhr einen Badestopp auf offener See ein.  Kurz vor Finike kommt doch noch Wind auf und wir können noch ein gutes Stück aufkreuzen. Um 16:15 legen wir in Finike am Steg an. Gegenüber ein russischer Muränenfischer mit chronischem Waschzwang.

Die Marina in Finike ist mit Kaş nicht zu vergleichen. Alles ist wohl eine Stufe einfacher. Die Gebäude genauso, wie auch die ansässigen Yachten. Eine laute Hauptstraße führt direkt am Marina-Gelände vorbei. Für einen Zwischenstopp ist es hier aber absolut akzeptabel.

Beim Abendspaziergang finden wir nicht recht ins Stadtzentrum. Wir speisen in zweiter Reihe in einem einfachen Imbiss. Man ist aber sehr um uns bemüht. Und für umgerechnet 3,50 € pro Person incl. Getränke kann man nicht nörgeln. Wenngleich der Magen am nächsten Tag etwas nörgelt.

Tagesbemerkungen des Skippers:

Via SETUR-App vorab einen Liegeplatz reserviert. Reservierungs-Nr. 1369.

Keine Liege-Gebühren, nicht einmal Gebühren für Strom, da im Verbund mit SETUR-MARINAS Eigner mit Jahresverträgen generell keine Gebühren zahlen müssen. Toll!

Logbuch Montag, 05.10.2020

08:00 Uhr Sonnig 1023 hPa.

Nach gefühlt endloser Sesam-Kringel-Diskussion legen wir gegen 11:45 Uhr gut gefrühstückt ab. Sogar beinahe problemlos, wenn sich nicht die Mooring-Leine so sehr in unseren Relings-Zaun verliebt hätte.  Alle Wetterberichte verheißen Windstille. In Wirklichkeit wird’s ein geiler Segeltag. Wir kreuzen den ganzen Tag über auf, zurück Richtung KEKOVA. Unterwegs gibt es Bruscetta und EFES wahlweise blau oder gelb. Ab 17:00 Uhr muss der Motor mithelfen, damit wir vor der Dunkelheit einen Ankerplatz erreichen.

Beim allerletzten Büchsenlicht erreichen wir GOKKAYA LIMANI und werfen das Eisen in der Buchtmitte zwischen den anderen Ankerliegern.  Es gibt handgemachte Pizza und Rotwein.

Anschließend wird an Deck über Transformationen von Tonleitern und dem wohl temperierten Piano diskutiert, bis gegen 23:00 Uhr Nachtruhe herrscht.

Tagesbemerkungen des Skippers:

Die zweite Melonenhälfte dient mittlerweile im Kühlschrank als Haltevorrichtung für die offene Ölsardinendose. Ich bin mir nicht sicher, ob das lange gut geht. 

Logbuch Dienstag, 06.10.2020

08:30 Uhr Sonnig 1023 hPa.

Heute soll es über 35 Grad heiß werden. Der Tagesplan:  Hin- und Hersegeln und abends zurück zu Hassan nach Ücağiz. Aber zuvor wartet ein Berg dreckiges Geschirr auf uns. Anschließend findet die Erstwasserung des neuen Dinghis statt. „Luftmoggl“, wie wir es getauft haben, fährt sich ausgezeichnet.

Bis Wind aufkommt ist Faulenzen und Baden angesagt. Erst gegen 14:00 Uhr segeln wir gemütlich zur Piratenbucht KARALOZ KOYU und dann weiter bis zur Einfahrt nach Ücağiz.  Zum Abendessen lassen wir uns vom Ankerplatz abholen. Es gibt gemischte Vorspeisen, Salat, gegrillten Fisch, Kartoffel, Bier und Raki. Zurück an Bord ist der Übergang von besinnlich zu besoffen ziemlich fließend.

Tagesbemerkungen des Skippers:

Warum fahren alle immer so dicht ans Land ran. Gibt es ihn doch, den Riffmagneten? Ich muss das mit dem Toilettenpapier nicht richtig erklärt haben. Hoffentlich gibt es keine Verstopfung.

Logbuch Mittwoch, 07.10.2020

06:00 Uhr Sonnig 1023 hPa.

Um 06:00 Uhr ist Schichtwechsel. Die Moskitos gehen schlafen und die Saugfliegen beginnen ihren Dienst. Sie sehen aus, wie unsere Stubenfliegen. Nur haben sie zwei ganz fiese Eigenschaften. Sie beißen und sie sind verdamt schnell. So hat jedes Paradies auch seine Schattenseiten. Um 10:15 Uhr holen wir den Anker ein.  Der Wind ist zum Segeln zu wenig. Wir tuckern die Küste entlang. Nach geheimer Wahl und mit nur einer Stimme Mehrheit entscheiden wir uns für einen letzten Badestopp abseits unseres Kurses in ASAR KOYU am Fuße der altertümlichen lykischen Stadt KALE. Neben Baden und Faulenzen gibt es noch ein verspätetes Frühstück. Dann geht es weiter Richtung Kaş.  Ab dem Kap ULU BR. ändern wir den Kurs und können die Segel auspacken. 

Aber bald läuft uns die Zeit bis Sunset davon und wir setzen zusätzlich den Motor ein. Unser letzter Tag auf See geht zu ende. Wie doch die Zeit vergeht. 18:10 Uhr an der Tankstelle; 18:30 Uhr am Steg B Platz 28; 19:00 Uhr unter der Dusche.

Abendessen im Yessil-Restaurant, anschließend Eisröllchen und Baklava. Ein Absacker gelb/blau an Bord. 

Tagesbemerkungen des Skippers:

Milchnotstand an Bord.   Kein Cappuccino mehr. Bei Kale den Anker kaum aus dem Grund bekommen.   64 Liter Diesel nachgetankt. Motor: 2085,9 Std. Log konnte nicht geführt werden, da keine Speedanzeige.

Logbuch Donnerstag, 08.10. und Freitag, 09.10.2020

Wir werden am Donnerstag schon um 07:30 Uhr wach. Vermutlich ist es die Vorfreude auf den Corona-Test.

Nach dem Käffchen geht´s ab ins Hospital. Aber wo steckt T2? Und als er kommt ist Mathias verschwunden. Okan und unsere Taxifahrerin werden langsam unruhig. Nach dem Mittagessen im Kühlhaus (Klimaanlage) und je drei Kugeln Eis gibt´s ein Mittagsschläfchen. Dann wird das Boot abgerüstet.

Wischi waschi

Am Abend Live-Musik an Deck. Moni und Burkhardt sind unsere Gäste. Danach Resteverzehr bis Mitternacht. Am nächsten Morgen –  der Hammer. Auch bei uns ist einer der Tests unbrauchbar. In Windeseile packen, Transfer umbestellen, neuer Test im Hospital und ab nach Antalya ins Labor. Das Ergebnis erreicht uns noch rechtzeitig und auch wir bekommen unseren Flieger noch.

Eine ungewöhnliche Reise in einer ungewöhnlichen Zeit geht zu ende. Wir müssen das beste aus der Situation machen, sagte ich bei der Törn-Vorbesprechung. Und wir haben das Beste draus gemacht, wie ich meine!  

 

2 Kommentare

  1. Genialer, authentisch geschriebener Reisebericht, wie immer halt. Super

  2. Wie immer den Bericht verschlungen. Danke für die tollen Eindrücke vom Segelen oder tuckern. Schön, dass ihr alle wieder gesund daheim seid 🙂

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